Haarentfernung mit Licht

Für einen glatten, haarlosen Körper nimmt man einiges in Kauf. Mit zusammengebissenen Zähnen wird epiliert oder gewachst, um sich an wenigen Wochen Haarlosigkeit zu erfreuen.

Oder aber man schwingt den Rasierer und schlägt sich nicht selten mit Schnittwunden, Rasierpickelchen und stoppeligem Nachwuchs herum. So mancher greift gar zu chemisch wirksamen Enthaarungscremes, um den störenden Härchen Herr zu werden.

Doch es geht einfacher und vor allem schonender: Dauerhafte Haarentfernung mit Licht boomt! In Form von IPL hat sie längst Einzug in Haushalte weltweit gehalten.

IPL zur dauerhaften Haarentfernung

IPL, kurz für Intense Pulsed Light, lässt sich am ehesten mit „intensiv gepulstes Licht“ übersetzen. Der Name hält, was er verspricht: Hier ist Licht in hohen Dosen wirksam. Dieses bedient sich unterschiedlicher Spektren, was den Wirkungsbereich erweitert.

Wie funktioniert IPL?

Mit Hilfe einer Xenon-Blitzlampe setzt man auf Knopfdruck Lichtenergie frei. Über das Härchen selbst pflanzt sich Licht bis zu dessen Basis fort. Dazu benötigt es Melanin (Farbstoff) als Leiter. An der Haarzwiebel (Wurzel/Follikel) kommt es schließlich zur Umwandlung in Wärme.

Rund 70 Grad Celsius wirken nun lokal auf Eiweiße. Eine Verödung der Haarwurzel ist die Folge. In den nächsten Tagen fällt das Härchen aus und die Wahrscheinlichkeit, dass die Haarwurzel ein weiteres Härchen produziert, sinkt rapide.

IPL-Behandlungen werden in Kosmetikstudios oder beim Facharzt (Dermatologe) angeboten. Seit einigen Jahren finden sich allerdings auch immer besser optimierte Geräte für zuhause am Markt. Entsprechende Anwendung vorausgesetzt, kann mit diesen eine dauerhafte Haarentfernung bequem und sicher in den eigenen vier Wänden stattfinden und das bei gutem Erfolg.

Für wen ist IPL geeignet?

Bei der dauerhaften Haarentfernung mit IPL-Geräten müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein, damit diese auch tatsächlich funktioniert. Nicht für jeden ist eine Enthaarung mit Licht gleichermaßen geeignet und es gibt sogar einige Aspekte, die die Behandlung mit einem Lichtimpuls-Haarentferner ausschließen.

Voraussetzungen für IPL

Da das Licht Melanin als Leiter benötigt, ist es unabdingbar, dass ausreichend Farbstoff im Haar vorhanden ist. In der Praxis bedeutet dies: Je dunkler das Haar, desto besser kann sich Lichtenergie fortpflanzen.

Bei weißem, grauem, blondem oder rotem Haar ist die dauerhafte Haarentfernung mit Licht nicht möglich, da hier einfach nicht ausreichend Melanin zur Verfügung steht.

Anders verhält es sich mit dem Hautton. Dieser sollte möglichst hell sein.

Dunkle Haut enthält ebenfalls viel Melanin, außerdem besteht wenig farblicher Kontrast zu den Härchen. Die Wahrscheinlichkeit, dass Lichtenergie (und folgend Wärme) zu tief in Hautschichten (statt ins Härchen) eindringt und Nebenwirkungen verursacht, ist hoch.

Hier ist nicht nur der natürliche Hautfarbton ausschlaggebend, auch künstlich gebräunte Haut (Solarium) kann zu dunkel für eine IPL-Anwendung sein.

Es lässt sich also schlussfolgern: Die besten Ergebnisse erhält man, wenn dunkles Haar auf helle Haut trifft. Zu dunkle Haut bzw. helles Haar lassen keine IPL-Anwendung zu. Hier kann allerdings mit neueren Methoden (SHR = Super Hair Removal) beim Fachmann (Kosmetiker/Hautarzt) angesetzt werden.

Die Impulsstärke ist hier weniger hoch und Licht wirkt nicht ausschließlich über Melanin im Haar, wodurch auch gute Ergebnisse bei hellem Haar und dunklem Hautton erzielt werden können.

Übrigens kann dauerhafte Haarentfernung mit Licht nur bei Haar in der aktiven Wachstumsphase Wirkung erzielen. Da dies – je nach Körperareal – lediglich auf 20-40 Prozent aller Härchen zutrifft, müssen für entsprechend glatten Erfolg im Schnitt 6-8 Behandlungen in regelmäßigen Abständen erfolgen.

Ausschlussgründe für IPL

Es gibt einige Aspekte, die eine dauerhafte Haarentfernung mit IPL – egal ob beim Fachmann oder mit dem eigenen Gerät daheim – unmöglich machen.

Diese sind folgend aufgelistet:

  • Hormonstörungen, Autoimmunerkrankungen, Lichtempfindlichkeit (auch durch Medikation), Sonnenallergie
  • Hautkrebs bzw. Vorstufen von Hautkrebs oder auch bereits therapierter Hautkrebs
  • Herzschrittmacher
  • Hauterkrankungen/-infektionen (Ekzeme, Pilze, Neurodermitis,…) bzw. Verletzungen der Haut
  • Nicht behandelt werden dürfen Hautareale, die Muttermale, Leberflecke, Krampfadern oder Tattoos aufweisen
  • Schwangere, Stillende, Kinder und Jugendliche sollten von einer Behandlung mit IPL absehen

Was muss bei einer IPL-Anwendung berücksichtigt werden?

Damit dauerhafte Haarentfernung mit Licht tatsächlich schonend und effektiv erfolgen kann, sind einige Maßnahmen notwendig, die im Vorfeld und nach der Beh Auftragen von kühlendem Gel andlung getroffen werden müssen.

  • Etwa einen Tag vor Behandlung müssen entsprechende Hautstellen rasiert werden
  • Kein Schwimmen und Saunieren etwa 24h vor der Anwendung, auch danach sollte darauf verzichtet werden
  • Etwa zehn Tage vor der Anwendung mit IPL darf die Haut keiner intensiven UV-Strahlung mehr ausgesetzt werden (auch ein Solariumbesuch ist Tabu)
  • Im Achselbereich sollte vor Behandlung auf alkoholhaltige Deos verzichtet werden
  • Außerdem ist es ratsam, nach IPL-Anwendung sanfte Pflegeprodukte zu verwenden

Das Benutzen einer speziellen Schutzbrille und Auftragen von kühlendem Gel vor der Behandlung kann stattfinden, ist aber nicht zwingend nötig.

IPL – Risiken und Nebenwirkungen

Vorab muss betont werden, dass IPL-Behandlungen als schonend und risikoarm gelten, vorausgesetzt, sie werden richtig durchgeführt.

Bei Gebrauch eines eigenen Gerätes sollte demnach die Bedienungsanleitung entsprechend studiert werden. Viele IPL-Geräte für den Heimgebrauch verfügen außerdem über Schutzfunktionen (Hauttonsensor, Kontaktsensor).

Schwierig ist es für Laien natürlich, die eigene Hautgesundheit einzuschätzen. Vor der allerersten IPL-Anwendung empfiehlt sich daher in jedem Fall ein Kontrollbesuch beim Hautarzt.

Auch bei sachgemäßem Gebrauch kann es – gerade bei empfindlichen Menschen oder an sensiblen Hautarealen (Intimbereich, Achsel) – zu temporären Reaktionen der Haut (leichte Rötung, Krustenbildung) kommen. Diese sollten sich allerdings rasch wieder geben, andernfalls muss unverzüglich der Facharzt konsultiert werden.

Nebenwirkungen darüber hinaus sind grundsätzlich selten. Anders verhält es sich natürlich, wird das IPL-Gerät trotz fehlender Voraussetzungen angewendet. Bei zu dunklem Hautton kann es hier beispielsweise zu (leichten) Verbrennungen oder Pigmentveränderungen kommen.

Auch gibt es Körperstellen, die zur Sicherheit bei der IPL-Anwendung ausgespart werden müssen. Hierzu zählen Brustwarzen, Schleimhäute und der Nasen- und Ohreninnenraum.

Aktuell gibt es übrigens keine Studien, die dauerhafte Hautschäden durch Anwendung von IPL belegen.

Wenn Sie mehr über die Risiken und Nachteile einer dauerhaften Haarentfernung mit der IPL-Technologie erfahren möchten, lesen Sie auch den Artikel „Risiken und Nachteile einer IPL-Haarentfernung“.

IPL-Geräte für zuhause – Worauf sollte man achten?

IPL-Geräte für den Heimgebrauch finden sich in großer Anzahl am Markt. Damit man der dauerhaften Haarentfernung mit Licht auch in den eigenen vier Wänden langfristig Positives abgewinnen kann, ist es sinnvoll, einige Kriterien beim Kauf zu berücksichtigen:

  • Anzahl der Lichtimpulse und Größe des Lichtfensters
  • Einstellmöglichkeit für Impulsstärke
  • Netzbetrieb/Akkubetrieb
  • Gleitfunktion für effektive Anwendung
  • Schutzsensoren/Schutzeinrichtungen (Kontaktsensor, UV-Filter, Hauttonsensor, Kühlfunktion,…)
  • Präzisionsaufsätze (für Gesicht oder Intimbereich)
  • Geld-Zurück-Garantie

Was es beim Kauf eines IPL-Geräts für den Heimgebrauch noch zu beachten gilt, können Sie in unserem Artikel „IPL-Gerät kaufen – was gilt es zu beachten?“ lesen.

Vorteile und Nachteile von IPL-Geräten im Überblick

Vorteile

  • Anschaffungskosten machen sich rasch bezahlt → im Vergleich zu regelmäßigen Studiobesuchen kommt IPL daheim günstiger
  • Keine Terminvereinbarungen, Fahrtwege etc. → Zeitersparnis
  • Geräte können mit Partner/Mitbewohner geteilt werden
  • Dauerhafte Haarentfernung ist auch an Stellen möglich, die man im Kosmetiksalon aus Gründen der Intimsphäre eher nicht behandeln lassen würde

Nachteile

  • Nicht in jedem Fall anwendbar (helles Haar, dunkle Haut)
  • Nebenwirkungen sind möglich (temporäre Hautveränderung), außerdem mehrere Anwendungen nötig
  • In manchen Fällen sind keine Erfolge zu verzeichnen, obwohl dir Grundvoraussetzungen zutreffen (hormoneller Einfluss oder zu tief liegende Haarwurzeln können hier ursächlich sein)
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